Welche Waffe fürs Sportschiessen Teil 2: Pistole 50/25m Ordonnanz ab 2022 9


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Vorwort

Wer den Vorgängerartikel gelesen hat weiss: Früher war die Frage, ob eine Pistole zugelassen ist oder nicht, Nährboden für wilde Diskussionen und keiner hatte so recht den Durchblick.
Im Oktober 2021 dann der Paukenschlag: Die Eidgenössischen Schiessoffiziere informierten, dass ab 2022 das (Ordonnanz)Pistolenfeld komplett überarbeitet wird – und zwar in Anlehnung an IPSC-Regelungen. Kurz gesagt, dass eine Pistole zugelassen ist, muss sie bestimmte Dimensionen aufweisen und ein bestimmtes Abzugsgewicht nicht unterschreiten.
Jubel machte sich breit, ob der doch überraschenden Entscheidung des SAT. Doch, ist alles Gold, was glänzt? Schauen wir und das mal an…

Betreffend Zukunfssicherheit, Anfängertauglichkeit und so weiter wird es etwas schwierig, da nun auf einen Schlag dutzende, wenn nicht hunderte Pistolen eingesetzt werden dürfen. Ich beschränke mich daher darauf, beliebte Modelle aufzulisten.

Dieser Beitrag fusst auf dem Vorgängerartikel und kann dementsprechend in Teilen wiederholend sein. Gewisse Bestimmungen behalten auch ihre Gültigkeit.

Rechtliches

Die rechtlichen Grundlagen für das Hilfsmittelverzeichnis (und somit zu den zugelassenen Waffen) finden sich in der Verordnung über das Schiesswesen ausser Dienst (Schiessverordnung), SR 512.31:

Verordnung über das Schiesswesen ausser Dienst (Schiessverordnung)

Art. 3 Durchführung

  1. Die anerkannten Schiessvereine führen die obligatorischen und freiwilligen ausserdienstlichen Schiessübungen durch.
  2. Ausserdienstliche Schiessübungen dürfen nur auf den dafür vorgesehenen und von den zuständigen Militärbehörden anerkannten Schiessanlagen oder auf den von den zuständigen eidgenössischen Schiessoffizieren bewilligten Schiessgeländen durchgeführt werden.
  3. Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) erlässt und veröffentlicht für das ausserdienstliche Schiesswesen Vorschriften über:
    1. den Schiessbetrieb der Schiessvereine;
    2. die obligatorischen und freiwilligen ausserdienstlichen Schiessübungen;
    3. die historischen Schiessen;
    4. die von den Schiesspflichtigen verlangten Mindestleistungen;
    5. die zugelassenen Waffen, Munitionsarten und Hilfsmittel.
  4. Es kann die Zuständigkeit zum Erlass eines Verzeichnisses der zugelassenen Hilfsmittel nach Absatz 3 Buchstabe e an die Gruppe Verteidigung delegieren.

Die daraus folgenden weiteren rechtlichen Grundlagen finden sich in der Verordnung des VBS über das Schiesswesen ausser Dienst (Schiessverordnung des VBS), SR 512.311:

Verordnung des VBS über das Schiesswesen ausser Dienst (Schiessverordnung des VBS)

Art. 20 Zugelassene Waffen

  1. Schiesspflichtige Unteroffiziere und Angehörige der Mannschaft schiessen das obligatorische Programm 300 m mit ihrer persönlichen Waffe. Die Übungen dürfen nur aus zwingenden Gründen mit der Waffe einer anderen Schützin oder eines anderen Schützen geschossen werden.
  2. Schiesspflichtige Subalternoffiziere schiessen das obligatorische Programm 300 m mit ihrer persönlichen Leihwaffe. Haben sie keine persönliche Leihwaffe, so können sie die Waffe einer anderen Schützin oder eines anderen Schützen benutzen.
  3. Schiesspflichtige Subalternoffiziere schiessen das obligatorische Programm 25 m mit ihrer persönlichen Waffe.
  4. Jungschützinnen und Jungschützen schiessen die Bundesübungen 300 m mit dem Stgw 90.
  5. Angehörige der Polizeikorps und des Grenzwachtkorps können die Bundesübungen mit ihrer Dienstwaffe schiessen.
  6. Die übrigen Schützinnen und Schützen schiessen die Bundesübungen mit einer Ordonnanzwaffe oder mit einer nach dem Hilfsmittelverzeichnis zugelassenen Waffe.

Art. 33 Zulassung von Hilfsmitteln

  1. Auf Gesuch hin entscheidet die Gruppe Verteidigung im Einvernehmen mit der Gruppe armasuisse über die Zulassung von Hilfsmitteln und Vorrichtungen für Ordonnanzwaffen.
  2. Die Gruppe Verteidigung erstellt ein Verzeichnis der bewilligten Hilfsmittel für Ordonnanzwaffen.
  3. Sie hört vor Erlass den SSV an.

Art. 53 Allgemeines

  1. Aus Ordonnanzwaffen oder den gemäss Hilfsmittelverzeichnis zugelassenen Waffen darf für sämtliche Schiessübungen und Ausbildungskurse nach Artikel 4 der Schiessverordnung nur unveränderte Ordonnanzmunition oder gemäss Hilfsmittelverzeichnis zugelassene Munition verschossen werden.
  2. Es darf nur soviel Gratismunition und Kaufmunition an die Schützinnen und Schützen abgegeben werden, als für die betreffende Schiessübung erforderlich ist.
  3. Die Vereine sind verpflichtet, zu viel bezogene Patronen zurückzunehmen; die Kaufmunition müssen sie zum Abgabepreis zurücknehmen.

Art. 78 Vollzug

  1. Die Gruppe Verteidigung vollzieht diese Verordnung.
  2. Sie erlässt die notwendigen Weisungen und das Hilfsmittelverzeichnis.

Der Artikel basiert auf dem Verzeichnis der bewilligten Hilfsmittel zu Ordonnanzwaffen und zu den Bundesübungen zugelassenen Waffen (Hilfsmittelverzeichnis) Version II, Stand 04.01.2022.

Allgemeine Bestimmungen für zugelassene Waffen

Bevor man die einzelnen Pistolen näher anschauen kann, gibt es einige allgemeine Kriterien, die für alle (Ordonnanz)Waffen gelten.

Beschussstempel:

Das Hilfsmittelverzeichnis verweist hier auf den Artikel 4 der Schiessverordnung. Jener befasst sich mit der Begriffsbestimmung, erwähnt aber die Stempel mit keinem Wort. Somit ist fraglich, was die Referenz genau bezwecken will.

Verordnung über das Schiesswesen ausser Dienst (Schiessverordnung)

Art. 4 Begriffsbestimmungen

  1. Als Schiessübungen und Ausbildungskurse im Interesse der Landesverteidigung gelten:
    1. die Bundesübungen:
      1. Obligatorische Programme 25 m, 50 m und 300 m,
      2. Feldschiessen 25 m, 50 m und 300 m;
    2. die freiwilligen Schiessübungen:
      1. Vereinstrainings, Schiesswettkämpfe und Vorübungen zu den Bundesübungen. Nach Massgabe der Grösse der Schiessanlage, der Anzahl sie benützenden Schützen, der Mitgliederzahl der darauf trainierenden Schiessvereine sowie der Lärmbelastung kann ausgegangen werden von jährlich:
        • sieben Schiesshalbtagen für die Vereinstrainings und die Schiesswettkämpfe
        • vier Schiesshalbtagen für die Vorübungen zu den Bundesübungen,
      2. Schiesswettkämpfe der militärischen Verbände und Vereine;
    3. die Schiesskurse:
      1. Schützenmeisterkurse,
      2. Jungschützenleiterkurse,
      3. Schützenmeister- und Jungschützenleiter-Wiederholungskurse,
      4. Jungschützenkurse,
      5. Nachschiesskurse,
      6. Verbliebenenkurse.
  2. Als Ordonnanzwaffen gelten die folgenden in der Armee verwendeten, unveränderten persönlichen Waffen und Leihwaffen:
    1. Handfeuerwaffen:
      1. das Sturmgewehr 57,
      2. das Sturmgewehr 90;
    2. Faustfeuerwaffen:
      1. die Pistole 49 (SIG P 210),
      2. die Pistole 75 (SIGSAUER P 220),
      3. die Pistole 03 (SIG Pro SPC 2009).
  3. Als Ordonnanzwaffen gelten auch die entsprechenden P-gestempelten Waffen, welche den Angehörigen der Armee beim Ausscheiden aus der Armee zu Eigentum überlassen werden.
  4. Als Ordonnanzmunition gelten:
    1. die Gewehrpatronen 11 und 90;
    2. die Pistolenpatrone 14.

Jedoch werden im Hilfsmittelverzeichnis fünf Stempel als Muss für die Zulassung genannt:

  • Eidgenössischer Beschussstempel
  • Beschussstempel RUAG
  • Beschussstempel SAN Swiss Arms AG
  • Staatlicher Beschussstempel Österreich
  • Staatlicher Beschussstempel Deutschland
  • Beschussstempel CIP-Mitgliederländer seit 20.10.2014

Gültige Beschussstempel, Stand 04.01.2022

Die im Bild ersichtlichen Stempel sind abschliessend. Hierzu ein Zitat des SAT:

Derzeit sind gem. dem Verzeichnis nur die abgebildeten Beschussstempel zugelassen:

[…]

Somit liegen Sie richtig und Pistolen mit alten CIP Stempel sind derzeit nicht zugelassen.


Abzugsgewichte:

Ebenfalls ein Thema sind die Abzugsgewichte. Diese sind sowohl für die Gewehre als auch für die Pistolen festgelegt, wobei hier meistens die Werksabzugsgewichte herangezogen werden. Da es aber ausufernd wird, wenn man die individuellen Werte für sämtliche den Ordonnanzpistolen gleichgestellen Waffen auflisten würde, wurden diese kurzerhand zusammengefasst. Die Abzugsgewichte sind demnach folgendermassen definiert:

  • 1500g bei der Pistole 03 (bei gespanntem Hammer) am unveränderten Abzug
  • 1500g bei der Pistole 75 (bei gespanntem Hammer) am unveränderten Abzug
  • 1360g bei der Pistole 49
  • 1360g bei den Parabellumpistolen
  • 1360g bei den SIG P210 (alle Modelle)
  • 1500g bei allen übrigen zu den Bundesübungen zugelassenen Faustfeuerwaffen

Kriterien für die den Ordonnanzwaffen gleichgestellten Pistolen:

Auch sind neu die Kriterien für die gleichgestellten Waffen generell gehalten und nicht mehr auf spezifische Waffen zugeschnitten. Diese wären:

  • Die Pistole inkl. eingesetztem Magazin muss vollständig in einen Prüfkasten mit den Innenmassen 225 x 150 x 50 mm passen
  • Kaliber 9mm Para oder 7.65mm Para
  • Alle Waffen müssen einen Beschussstempel einer autorisierten Beschussstelle (siehe Pt. 1.4) aufweisen
  • Abzugsgewicht (gem. Pt 7.1) minimal 1500gr, Ausnahme SIG 210 (alle Modelle), 9mm Pist 49 und Parabellum Pistolen: Abzugsgewicht: 1360gr
  • Pistolengriffe dürfen Fingerrillen aufweisen
  • Nicht gestattet sind: Kompensatoren, Mündungsbremsen, geschlitzte Läufe und Vorrichtungen ähnlicher Art
  • Handballenauflagen und Leuchtpunktvisiere sind ebenfalls nicht zugelassen
  • Die Punkte 6.1 bis 6.9 behalten Ihre Gültigkeit
  • Dienstwaffen Polizei und Grenzwacht (Schiessverordnung VBS, Art. 20, Abs. 5), ohne Leuchtpunktvisier

Hier werden bereits erste Dämpfer verteilt und Unstimmigkeiten an die Oberfläche getragen. Das Gold büsst etwas Glanz ein. Gehen wir der Reihe nach durch.

Der Prüfkasten
Wie im IPSC, muss eine Pistole komplett in einem Prüfkasten Platz haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese dabei angewinkelt ist oder nicht – Hauptsache passt.
Hier machte sich beim Autor bereits Ernüchterung breit – die Beretta 952 passt nicht, zu lange.

Der Prüfkasten deckt aber bereits eine erste Unstimmigkeit auf, entdeckt von swisswaffen.com:

Sie passt nicht!

Obwohl die Parabellum-Pistolen in den Abzugsgewichten erwähnt sind – sie passen nicht in den Prüfkasten.

In Version II des Hilfsmittelverzeichnis wurde diese Unstimmigkeit aber korrigiert, es heisst nun:

Weiterhin zugelassen sind folgende Pistolen:

  • 7.65 mm Pistole 06/29
  • 7.65 mm Pistole 06
  • 7.65 mm Pistole 00

Auch wurde festgestellt, dass eine CZ Shadow 2 mit der Magazinverlängerung zu hoch ist – ohne passt sie aber in den Kasten.

Die Shadow 2 ist mit der +2 Magazinverlängerung, wie sie auf der Herstellerseite beworben wird, 7mm zu hoch.


Kaliber
Hier hat sich nichts geändert – 9mm und 7.65mm Parabellum bleiben die erlaubten Kaliber. Die Zukunft von 7.65mm ist jedoch ungewiss. Man müsste sich darauf einstellen, seine eigene Munition mitzubringen.


Beschussstempel
Die erlaubten Beschussstempel sind nicht neu, bergen aber eine neue Hürde, vor allem für Schweizer Waffen; Da die Schweiz keine Beschussamt kennt, können gewisse Pistolen keinen solchen Beschussstempel aufweisen und sind daher, obschon sie alle anderen Regelungen erfüllen, nicht zugelassen. Darunter fallen interessanterweise auch die Phoenix Redback und Fusion Modelle aus der Westschweiz.

Ebenfalls kritisch ist, dass somit alle Stempel von CIP-Ländern vor 2014, als der CIP-N Stempel eingeführt wurde, nicht zugelassen sind, obwohl sie eigentlich CIP geprüft sind (ausser Deutschland und Österreich, deren Beschusszeichen separat aufgeführt sind). Ob dieser Umstand gewollt ist oder nicht, sei dahingestellt. Es empfielt sich, genau hinzuschauen, ob die eigene Pistole einen erlaubten Stempel hat, oder nicht.


Abzugsgewicht
Hier hat sich nichts verändert. Aufpassen muss man jedoch bei vielen Pistolen, da der Abzug teilweise zu leicht ist. Man darf ihn aber einstellen.


Fingerrillen
Warum dieser Passus im Hilfsmittelverzeichnis drin ist, erschliesst sich mir nicht ganz. Prominent sind hier die Glock 17 Generationen 3 und 4, welche von haus aus Fingerrillen in den Griff gearbeitet haben – diese waren aber schon früher erlaubt.


Kompensatoren etc
«Kompensatoren, Mündungsbremsen, geschlitzte Läufe und Vorrichtungen ähnlicher Art» bieten einen Vorteil gegenüber Pistolen die sowas nicht haben, der mit diesem Passus verhindert wird. Das war schon früher nicht erlaubt. Skelettierte Schlitten sind aber erlaubt, da diese nur der Gewichtsreduktion (und Optik) dienen, aber keinen (merklichen) physikalischen Einfluss auf den Rückstoss haben.


Handballenauflage und Leuchtpunktvisier
Eine Handballenauflage dient der Stabilisierung der Pistole – ein weiterer unterbundener Vorteil. Hiervon gibts vor allem von Nill und Hogue viele Varianten, eine Pistole «sportlicher» zu machen.

Das Thema Leuchtpunktvisier ist immer so ein Dauerbrennerthema. Viele meinen, dass die Glasfaserstäbchenvisierungen ebenfalls Leuchtpunktvisiere seien. Es ist jedoch so:
Visierung mit Leuchtstäbchen = Leuchtvisier
Reddots/Holosights = Leuchtpunktvisier

Leuchtvisier (Truglo Fiberoptic)

Leuchtpunktvisier (Shield SMSc)

Leuchtvisiere, die vom Hersteller für die jeweilige Pistole angeboten wurden/werden, waren und sind weiterhin erlaubt. Aber alles, was einen Leuchtpunkt auf ein Glas projiziert, nicht.


6.1 – 6.9
Diese Punkte behandeln das erlaubte Zubehör. Hier hat sich nichts geändert.


Dienstwaffen
Dies ist ebenfalls beim Alten geblieben – auch wenn die persönliche Dienstwaffe mit einem Leuchtpunktvisier ausgestattet ist, darf dieses nicht verwendet werden.

Ordonnanzwaffen
Pistole 49 (SIG P210)
Pistole 75 (SIG P220)
Pistole 03 (9mm Pist 03)
Glock 17 Generation 4
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Pistole 49 (SIG P210)
Pistole 75 (SIG P220)
Pistole 03 (9mm Pist 03)
Glock 17 Generation 4
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Bilder einzeln für Detailansicht
Modellübersicht

Als Ordonnanzwaffen werden Waffen bezeichnet, die sich im Einsatz in der Armee befinden oder befunden haben, und eine entsprechende Designation tragen. Man beschränkte sich hier auf die letzen vier Modelle (ab 01.01.2020 wird die Glock 17 Gen 4 als Ordonnanzwaffe im Hilfsmittelverzeichnis geführt). Dies wären:

Pistole 03 in 9mm – Die als Pistole 03 geführte Ordonnanzwaffe trägt die zivile Bezeichnung SIG Pro SPC2009.

Pistole 75 in 9mm – Die als Pistole 75 geführte Ordonnazwaffe trägt die zivile Bezeichnung SIG Sauer P220.

Pistole 49 in 9mm – Die als Pistole 49 geführte Ordonnazwaffe trägt die zivile Bezeichnung SIG P210, namentlich die Serien P210-1 und P210-2.

Pistole 12/15 in 9mm – Die als Pistole 12/15 geführte Ordonnanzwaffe trägt die zivile Bezeichnung Glock 17 Generation 4.


Die weiteren zu den Bundesübungen zugelassenen Waffen

Um es einfach zu machen, hier eine kleine Übersicht, welche Waffen die geforderten kriterien erfüllen und somit zugelassen sind. Dies beinhaltet auch frühere zugelassene Pistolen.
Ein rot markiertes Abzugsgewicht bedeutet, dass hier nachgeholfen werden muss, um die Zulassungskriterien zu erfüllen – dies ist aber in der Regel machbar. Die Liste wird stetig erweitert mit beliebten, aber auch kuriosen Waffen.

Zusammenfassung

Die Ankündigung, das Ordonnanzpistolenfeld so radikal umzukrempeln, schlug in der Szene hohe Wellen, wurde doch viel seit jeher Gewünschtes nun plötzlich Realität. Wenn auch mit einigen Stolperfallen – immerhin, wir haben es hier mit dem SAT zu tun. Allerdings sind die neuen Regelungen viel offener gegenüber Neuem und vor allem Neuen – neuen Pistolenschützen. Wie oft mussten wir potentiellen Vereinsmitgliedern beibringen, dass ihre Beretta 92 oder CZ 75 zwar in den freien Trainings genutzt werden dürfen, am Feldschiessen oder sonstwo aber nicht. Der alte Artikel über die Ordonnanzpistolen gibt ein Beispiel, wie kompliziert das war.

Ist jetzt alles besser? Zumindest gab es einige Dämpfer; Abzugsgewichte, zuviel Milimeter und fehlende Beschussstempel dürfte so manchen Traum zum Platzen gebracht haben. Dennoch bin ich überzeugt, es tut unserem Sport gut. Das SAT hat auch schon die ein oder andere Ungereimtheit beseitigt (auch im 300m-Bereich).

Zumindest gibt es jetzt keine fragenden Blicke mehr, wenn man erklärt, dass eine P226 zugelassen ist, eine andere P226 aber nicht. Das ist schonmal ein riesiger Fortschritt. Naja. Wenn die neuere P226 einen CIP-N Stempel hat…

SubterranGähnNaja...Nicht schlecht!Mouche! (3 Sterne, durchschnittlich 5.00 von 5)
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Weiterführende Links

Verzeichnis der bewilligten Hilfsmittel zu Ordonnanzwaffen und zu den Bundesübungen zugelassenen Waffen (Hilfsmittelverzeichnis) Version II vom 04.01.2022
Regeln für das sportliche Schiessen (RSpS): Techische Regeln Pistole (TRP)
ISSF Regelbuch (nur in Englisch verfügbar)

Quelle Bilder:

Mit freundlicher Genehmigung von
swisswaffen.com
http://www.swisswaffen.com:

  • Pistole 1900/06 W+F
  • SIG P49
  • SIG P75
  • SIG P03
Mit freundlicher Genehmigung der
Glock Ges.m.b.H.
https://eu.glock.com/en:

  • Glock 17 Gen 4


Mit freundlicher Genehmigung der
NaturAktiv AG
https://www.waffenboerse.ch/

  • CZ Shadow 2
  • Walther Q5 Match
  • Beretta 92FS
  • HK SFP9
  • Laugo Arms Alien
  • Schmeisser 1911 Hugo 5″
Zur Verfügung gestellt von
Privatpersonen
Namentliche Quellenangabe aufgrund Datenschutz nicht öffentlich

  • CZ Tactical Sports Orange (Beitragsbild)
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9 Gedanken zu “Welche Waffe fürs Sportschiessen Teil 2: Pistole 50/25m Ordonnanz ab 2022

  • Martin

    Hallo Marcel

    Im Vorwort hat es einen Tippfehler: «Im Oktober 2022 dann der Paukenschlag» betrifft natürlich den Oktober 2021, da die Änderungen ja per 01.01.2022 in Kraft getreten sind.

    Weiter ist folgende Aussage betr. Beschussstempel nicht ganz korrekt: «Ebenfalls kritisch ist, dass somit alle Stempel von CIP-Ländern vor 2014, als der CIP-N Stempel eingeführt wurde, nicht zugelassen sind…» Zumindest für Deutschland und Österreich gilt dies nicht, da deren alte Beschusszeichen mit den Adlern im Hilfsmittelverzeichnis aufgeführt sind.

    Gruss
    Martin

  • Hugo

    Danke für den neuen Artikel zum überarbeiteten Reglement. Super, um sich in dem Wirrwarr an Regeln besser zurecht zu finden. Ich habe bereits den Vorgänger Artikel bis 2021 äusserst hilfreich gefunden.
    Was ich auch am alten Artikel besonders toll fand, waren die Bewertungen hinsichtlich «Anfängertauglichkeit», «Zukunftssicherheit Waffe» und «Zukunftssicherheit Schütze». Z. Bsp., dass die Glocks und die P2xx-Familie leistungsmässig eher ungeeignet sind, während die X-FIVEs dahingehend top sind, dafür eine Stange Geld kosten.
    Für die bestehenden Waffen gilt das ja natürlich weiterhin. Da man aber nun viel mehr Optionen zur Verfügung hat, fände ich eine kleine Zusammenstellung der Favoriten nicht schlecht. Was wären bspw. Empfehlungen für einen Anfänger? Welche zugelassene Waffe erlaubt es mir als Anfänger solide Leistungen zu bringen und gibt es zu einem vernünftigen Preis?

    • MRCL Autor des Beitrags

      Hallo Hugo
      Dessen bezüglich fehlen noch Erfahrungswerte. Die P210 hat weiterhin eine Favoritenrolle inne. Als gute Alternative kristallisiert sich die CZ Shadow 2 heraus. Bei uns kommen gewisse Anfänger besser mit ihr klar als mit der P210 und in Sachen Präzision schätze ich sie als mindestens ebenbürtig zur P210 ein. Preislich in etwa gleichauf mit einer P210 aber mit viel mehr «Gestaltungsmöglichkeiten».

  • Bruno Macchi

    am ende des artikels sprechen wir über ein bild einer cz ts orange, aber in dem artikel sprechen wir nicht über diese waffe, ich wollte fragen, ob es eine erlaubte waffe ist.
    Mfg Bruno Macchi

    • MRCL Autor des Beitrags

      Hallo Bruno
      DAs Bild der CZ 75 TS Orange ist das Beitragsbild, sie wird deshalb nicht weiter erwähnt.
      Ihre Abmessungen sind 150/45/225mm, sie passt daher gerade noch so in den Prüfkasten. Wenn man das Abzugsgewicht auf 1500g bringt (weiss ich nicht wie hoch das werksseitig ist) und sie einen gültigen BEschussstempel hat, dann wäre sie zugelassen.
      Grusss Marcel

    • Cebe

      Guten Tag

      Ich denke beim Abzugsgewicht der Shadow 2 hat sich ein Fehler eingeschlichen. Die ’normale› CZ Shadow 2 (DA/SA) hat ein Abzugsgewicht von 1670g. Lediglich die CZ Shadow 2 Single Action Only Variante hat ein geringeres Abzugsgewicht.

      LG